Ich möchte das Erdbeermädchen sein.
Sechs Uhr läutet der Wecker die tägliche Routine ein. Mein Körper steht eine halbe Stunde später nach etlichem Drücken der Schlummertaste auf. Ich schlafe weiter.
Vor Jahren verspürte ich den Wunsch irgendwas Soziales machen zu wollen. Leuten helfen. Aber bitte nicht die ganz schweren Fälle. Und was mit Bildung wäre auch nicht schlecht. Nach einem praxisfremden Studium fühlte sich die Realität gut an. Es lief. Eine Weile. Gut.
Doch dann kamen die negativen Schwingungen. Mürrische Kollegen. Keine gute Stimmung mehr. Die demotivierten Hartz IV-Kinder beginnen mir egal zu sein. Achselzucken und Ämtermentalität. Eltern resigniert, Schule versagt, Gangsterfreunde mit zu großem Einfluss, die große Stadt voller Verlockungen, Kohle vom Amt. Ein Sog, in dem ich mich nicht mehr wie Don Quijote fühlen mag. Ich bin raus, Leute. Mein befristeter Vertrag endet hier, schon bald auch offiziell.
Morgens auf dem Weg zur Arbeit radel ich an einer großen Erdbeere aus Plastik vorbei. Auf dem Nachhauseweg wieder. Dann ist die Erdbeere geöffnet und in ihr steht ein Mädchen mit langen blonden Haaren und Sommersprossen. Sie lächelt. Immer. Als wären Erdbeeren ihre einzig wahre Passion, überreicht sie mir meine Schale mit einem halben Kilo der süßen roten Frucht. Ich soll es mir schmecken lassen und einen schönen Tag haben.
Ich möchte das Erdbeermädchen sein.
Doch die Erdbeeren werden kleiner und kleiner. Der Tag wird kommen, an dem das Fenster der großen Plastikerdbeere geschlossen sein wird. Ende der Saison.
Vor Jahren verspürte ich den Wunsch irgendwas Soziales machen zu wollen. Leuten helfen. Aber bitte nicht die ganz schweren Fälle. Und was mit Bildung wäre auch nicht schlecht. Nach einem praxisfremden Studium fühlte sich die Realität gut an. Es lief. Eine Weile. Gut.
Doch dann kamen die negativen Schwingungen. Mürrische Kollegen. Keine gute Stimmung mehr. Die demotivierten Hartz IV-Kinder beginnen mir egal zu sein. Achselzucken und Ämtermentalität. Eltern resigniert, Schule versagt, Gangsterfreunde mit zu großem Einfluss, die große Stadt voller Verlockungen, Kohle vom Amt. Ein Sog, in dem ich mich nicht mehr wie Don Quijote fühlen mag. Ich bin raus, Leute. Mein befristeter Vertrag endet hier, schon bald auch offiziell.
Morgens auf dem Weg zur Arbeit radel ich an einer großen Erdbeere aus Plastik vorbei. Auf dem Nachhauseweg wieder. Dann ist die Erdbeere geöffnet und in ihr steht ein Mädchen mit langen blonden Haaren und Sommersprossen. Sie lächelt. Immer. Als wären Erdbeeren ihre einzig wahre Passion, überreicht sie mir meine Schale mit einem halben Kilo der süßen roten Frucht. Ich soll es mir schmecken lassen und einen schönen Tag haben.
Ich möchte das Erdbeermädchen sein.
Doch die Erdbeeren werden kleiner und kleiner. Der Tag wird kommen, an dem das Fenster der großen Plastikerdbeere geschlossen sein wird. Ende der Saison.
tristesse79 - 21. Jul, 00:14
